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Werke Padao c

Werke Padao a

Walter Padao
bullet-time Bilderzyklus eines Bewegungsmoments

In seinem aktuellen Bilderzyklus konfrontiert sich Walter Padao malerisch mit einem filmischen Spezialeffekt, dem bullet-time. Beim bullet-time entsteht der Eindruck einer Kamerafahrt um ein „in der Zeit eingefrorenes“ Objekt herum. Eine Szene erscheint in der Zeit angehalten, verlangsamt oder sogar rückläufig. Padao nimmt Einzelbilder einer solchen Sequenz als Matrix für seine Gemälde, nähert sich also dem immer gleichen Moment aus verschiedenen Blickwinkeln. Die alte Frage nach dem bildwürdigen Sujet stellt sich neu, wenn es aus einer von unendlich vielen Perspektiven betrachtet wird. Durch den Malprozess selbst erfindet sich das Bild erst neu. Keine malerische Geste gleicht der anderen, bei jedem einzelnen Bild wirkt gerade die Suggestion einer Bewegung durch Padaos Malweise wie ein Ausbrechen und ein Wiederbeleben der Ausgangsfotos. Die Dynamik Padaos´ Bilderfolge kontrastiert dabei mit dem technisch-analytischen Ansatz des bullet-time.
Zeit-Raum-Verschiebungen werden auf anderer, geheimnisvoller Ebene erfahrbar.
Padao steht konzeptionell in der Tradition des Kubismus und Futurismus, wo Bewegung und Zeit ins Bild einfließen, doch leben seine Bilder, trotz der Auseinandersetzung mit modernsten visuellen Techniken, vom Impuls und dem expressiven Moment.
„Dinge stehen, wenn man es unterläßt, sie immer wieder auf´s Neue zu verketten, seltsam nebeneinander, kommen ins Gleiten; Und erzeugen einen phantastischen Sog ins Zeitlose“

Walter Padao
Im Zentrum der Bilder Walter Padaos steht die Auseinandersetzung mit den komplexen Bezügen von Körperlichkeit und Bewegung im Raum. Das Zusammenwirken der changierenden Plastizität bewegter Körper mit atmenden Bühnenräumen eröffnet ein vexierbildhaftes Spiel: Kontraktion und Ausdehnung, Nähe und Ferne, Beschleunigung und Verlangsamung. Fließende Übergänge und abrupte Wechsel von blitzartiger Bewegung und konzentriertem Innehalten. Die meist ungewohnt, manchmal grotesk wirkenden Haltungen und dynamischen Bewegungen der Figuren erzeugen Kraftlinien und Spannungsfelder, Spuren verfliegender Choreographien, die sich zu rätselhaften Arrangements zusammenschließen.


11. - 19. September 2010
Vernissage Freitag 11. September 2010 · 20 Uhr

Ausstellung im Rahmen der Kunstnacht
Öffnungszeit täglich 18 - 20 Uhr